Titelblatt einer Broschüre „Leitfaden Starkregen“ mit Foto der unteren Hälfte einer Person in hohen Gummistiefeln auf einer überfluteten Straße
  • 15.10.2026

Gebäude und Grundstücke vor Starkregen schützen

Neu aufgelegter BBSR-Leitfaden hilft Eigentümerinnen und Eigentümern, Risiken zu erkennen und Schäden vorzubeugen

Starkregen gefährdet Gebäude auch dort, wo kein Fluss in der Nähe ist. Wasser kann von der Straße oder einem Hang auf das Grundstück strömen, durch Lichtschächte und Kellertüren ins Haus eindringen oder aus der Kanalisation durch tiefer liegende Abwasseranschlüsse zurück ins Gebäude drücken. Wo Schwachstellen liegen und was dagegen hilft, zeigt der neu aufgelegte Leitfaden »Starkregen – Objektschutz und bauliche Vorsorge« des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

Dr. Peter Jakubowski, Leiter des BBSR: »Für einen wirksamen Schutz vor den Folgen von Starkregen müssen öffentliche und private Vorsorge Hand in Hand gehen. Grundsätzlich ist die Abwasserentsorgung kommunale Aufgabe. Die Kommunen müssen für eine funktionierende Entwässerung sorgen, die auch Überflutungen vorbeugt. Bei schweren Ereignissen braucht es zudem eine leistungsfähige Katastrophenhilfe, für die Länder und Kommunen gemeinsam Verantwortung tragen. Doch öffentliche Vorsorge allein greift zu kurz: Wer ein Haus oder Grundstück besitzt, hat auch selbst mit angemessenem Aufwand vorzusorgen. Unser Leitfaden zeigt, welche Maßnahmen dabei helfen.« 

Die Publikation richtet sich vor allem an Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohngebäuden. Mit Checklisten können sie Grundstück und Haus auf Schwachstellen prüfen: Liegen Kellerfenster oder Eingänge tief? Fließt Regenwasser auf das Gebäude zu? Sind tiefer liegende Abwasseranschlüsse gegen Rückstau gesichert? Auf dieser Grundlage erläutert die Publikation, welche Maßnahmen für bestehende Gebäude und Neubauten infrage kommen.

Schon kleine bauliche Veränderungen können helfen. Aufkantungen schützen Lichtschächte und Kellerabgänge vor einströmendem Wasser. Mulden oder Bodenschwellen können Wasser vom Gebäude wegleiten. Dabei dürfen benachbarte Grundstücke nicht zusätzlich gefährdet werden. Eine fachgerecht ausgewählte und regelmäßig gewartete Rückstausicherung verhindert, dass Abwasser aus dem Kanal durch tiefer liegende Anschlüsse ins Haus gelangt. Entsiegelte Flächen und Möglichkeiten, Regenwasser auf dem Grundstück zurückzuhalten, können den Abfluss verzögern. Wie wirksam eine Maßnahme ist, hängt unter anderem von Gelände, Boden und Gebäude ab.

Der Leitfaden behandelt auch die Vorbereitung auf ein Ereignis. Rückstausicherungen und Dachentwässerung müssen regelmäßig geprüft werden. Wertvolle Gegenstände und Elektrogeräte gehören möglichst nicht in gefährdete Kellerräume. Anders als bei langsam steigendem Flusshochwasser bleibt bei Starkregen häufig extrem wenig Zeit zum Handeln. Deshalb kommt es besonders auf Maßnahmen an, die bereits vor dem nächsten Unwetter wirksam sind – und auch dann funktionieren, wenn die Bewohnerinnen und Bewohner nicht zu Hause sind.

Die Publikation entstand im Innovationsprogramm Zukunft Bau im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und des BBSR. Erarbeitet wurde der Leitfaden vom Ingenieurbüro Reinhard Beck GmbH & Co. KG, der Bergischen Universität Wuppertal, dem Forschungsinstitut für Wasser- und Abfallwirtschaft an der RWTH Aachen (FiW) e.V. und dem HochwasserKompetenzCentrum (HKC) e.V.

Der Leitfaden »Starkregen – Objektschutz und bauliche Vorsorge« steht auf der Website des BBSR zum Download bereit. Druckexemplare können über die Website kostenfrei angefordert werden.


Download/Bestellung des Leitfadens

 

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)
Deichmanns Aue 31-37
53179 Bonn
E-Mail: zentrale@bbr.bund.de
Internet: www.bbsr.bund.de


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