AKTUELLE AUSGABE

BauSV 1/2026


Bauschäden

Freigelegte Dachfläche mit teilweise entfernten Schichten. Sichtbar sind Holzplatten, die an den Rändern Verfärbungen und Feuchtigkeitsschäden aufweisen.
© Autor

 

Ralf Ertl, Martin Egenhofer, Michael Hergenröder, Thomas Strunck

Schäden an Dächern – ist eine lokale Auffälligkeit eine Bagatelle oder die Spitze des Eisbergs?

Was man an der Innen- oder Außenseite sehen kann, ist häufig nicht alles. Der große Schaden liegt manchmal im Verborgenen


Dächer erfordern regelmäßige fachkundige Inspektionen, denn vermeintlich geringe Innen- oder Außenauffälligkeiten können auf tiefgreifende, verborgene Schäden an Holz- oder Metallbauteilen hinweisen (Moderfäule, Feuchtigkeit, Risse, Blasenbildung).

Die Praxis zeigt, dass unbelüftete oder feuchte Baukonstruktionen, Temperaturspannungen und Durchdringungsprobleme die Dichtheit und letztlich die Standsicherheit beeinträchtigen können. Häufig sind zerstörende Untersuchungen oder umfassende Erneuerungen erforderlich. Eine frühzeitige Bewertung mittels spezialisierter Diagnostik als Prävention und eine systematische Schadensvermeidung minimieren Folgeprobleme.

weiterlesen

Messaufbau in einem gefliesten Badezimmer mit einem mobilen Radonmessgerät
© Marc Ellinger

 

Marc Ellinger

Baulicher Radonschutz – notwendige Begleitmaßnahmen bei energetischen Sanierungen im Baubestand


Eine Radonexposition in Gebäuden kann das Lungenkrebsrisiko erhöhen. Neubauten sind heute zumeist gegen Radon abgedichtet. Bauliche Maßnahmen im Bestand zur Verbesserung der Energieeffizienz reduzieren die Luftdurchlässigkeit, wodurch sich Schadstoffe, einschließlich Radon, in der Raumluft stärker konzentrieren können.

Daher sollten auch bei Bestandsmaßnahmen nationale Regelungen gemäß StrSchG und GEG berücksichtigt werden. Radonschutz sowie Messungen müssen integraler Bestandteil zeitgemäßer Modernisierungen werden, unabhängig von U-Wert-Zielen, und sind in Kosten sowie Förderung einzubeziehen. 

weiterlesen


Bautechnik

Foto: Eine Person in Arbeitskleidung bedient eine Glättmaschine auf einer frisch betonierten Fläche.
© Autor

 

Karl-Uwe Voß

Nachweis des Gleit- und Rutschwiderstands von Industrieböden


Die Bewertung des Gleit- und Rutschwiderstands von Industrieböden erfolgt u.a. über das zerstörende Referenzverfahren der Schiefen Ebene, bei dem Prüfkörper von mindestens 1,0 m × 0,4 m entnommen und Kosten sowie Bodenbeschädigungen verursacht werden.

Alternativen wie die Gleitreibmessung mit dem GMG 200 (µ) sowie das USRV-Verfahren bieten zerstörungsarme Optionen. Ziel des ADIV-Forschungsvorhabens ist die Korrelation von GMG-200-Daten mit Schiefe-Ebenen-Ergebnissen, um den Rutschwiderstand standardisiert und flächig sowie zerstörungsfrei zu bestimmen.

weiterlesen

Diagramm von fünf stilisierten menschlichen Figuren, die verschiedene Armpositionen im Sitzen und Stehen zeigen.

 

Jürgen Dettbarn-Reggentin

Die Arbeit des Sachverständigen für barrierefreies Bauen

Teil 1: Barrierefreiheit bei Mobilitätseinschränkungen


Das Sachverständigenwesen erschließt mit dem baulichen Fachgebiet des barrierefreien Bauens einen weiteren relevanten Sachbereich mit weitreichender Wirkung auf die uneingeschränkte Zugänglichkeit von Gebäuden, Innen- und Außenräumen.

weiterlesen

Strichzeichnung: Person im Rollstuhl auf einem leicht erhöht zur Umgebung liegenden Gehweg mit Sicherheitsbankett.
Quelle: BODE Fach-PR

 

Klaus Helzel, Lorena Beloch

Barrierefreiheit – Weniger ist mehr, statt viel hilft viel

Verkehrssichere Barrierefreiheit durch durchdachte Maßnahmen


Planer, Architekten, Bausachverständige und Gebäudebetreiber konzentrieren sich oft nur auf die DIN 18040 zur Barrierefreiheit. Dabei übersehen sie das in der Bauordnung über allem stehende Kriterium der Verkehrssicherheit. Zugleich werden einzelne Normen aus Unkenntnis übererfüllt, ohne dass dies der Sicherheit nutzt.

Die Folgen sind immer wieder unsichere Wege, erhöhte Kosten und Haftungsrisiken. Eine durchdachte Planung hilft, Schutzziele wirtschaftlich und rechtssicher umzusetzen.

weiterlesen


Bauforschung

Foto: Zwei gelbliche poröse Würfel aus einem saugfähigen Material in einem flachen Glasgefäß mit blauer Flüssigkeit. Bild links: Der Würfel steht in der Flüssigkeit, der untere Teil erscheint leicht durchtränkt. Bild rechts: Der Würfel ist stärker durchtränkt, etwa die untere Hälfte ist dunkelblau gefärbt.
© Autor

 

Eri Tanaka, Daniel Zirkelbach

Tauwasserrückhaltevermögen von Mineralfaserdämmstoffen mit und ohne Hydrophobierung


Bei der Untersuchung wird das Tauwasserrückhaltevermögen von Mineralfaserdämmstoffen mit und ohne Hydrophobierung systematisch bewertet. Es zeigt sich, dass nicht hydrophobe Dämmstoffe tendenziell mehr Tauwasser speichern und somit einen größeren Pufferschutz bieten, während hydrophobierte Varianten das Risiko für Tauwasserablauf erhöhen.

Neue produktspezifische Grenzwerte für das Wasserrückhaltevermögen (RC) berücksichtigen den Wasseraufnahmekoeffizienten (w4-Wert). Das höhere Tauwasserrückhaltevermögen der nicht hydrophobierten Glasfaserdämmstoffe reduziert das Risiko von ablaufendem Tauwasser und hält angrenzende Materialien dadurch trockener. Zu hohe Feuchtegehalte in Holzkonstruktionen müssen aus Holzschutzgründen grundsätzlich vermieden werden.

weiterlesen


Baurecht

Werner Amelsberg

Regelungen in der Ersatzbaustoffverordnung in der bauvertraglichen Praxis


Obwohl die Ersatzbaustoffverordnung für alle Baubeteiligten bei der Abwicklung von Bauvorhaben zu beachten ist, findet sich hierzu nur wenig Literatur. Im Mittelpunkt der Ausführungen stehen die Auswirkungen der aktuell geänderten Rechtslage auf die bauvertragliche Praxis.

weiterlesen

Collage: Im Vordergrund ist ein Energieausweis eines Gebäudes abgebildet, im Hintergrund ein Mehrfamilienhaus mit historischer Fassade.
Collage und Foto: M. Tuschinski

 

Melita Tuschinski

25 Jahre Vorschriften in der Praxis

Energie einsparen nach EnEG, EnEV, EEWärmeG, GEG, GEIG und WPG


Erfahrungen des Experten-Portals GEG-info | EnEV-online mit der Online-Information, Publikationen und Praxishilfen für Bausachverständige, Architekten, Planer und Energieberater – ein Über-, Rück- und Ausblick.

weiterlesen


Sachverständigenrecht

A. Olrik Vogel, Marius Holdschik

Aufgabe und Haftung des Sachverständigen bei der Abnahme

– eine rechtliche Beratung


Der Beitrag ist eine überarbeitete Fassung des Vortrags auf den Tegernseer Baufachtagen 2025 und beleuchtet die besonderen Herausforderungen und Haftungsrisiken, die sich für Sachverständige im Rahmen der Abnahme ergeben können.

weiterlesen


Top-Thema

Lutz Fischer

Sachverständigenvergütung »Null« bei KI-Einsatz zur Gutachtenerstellung?


Das LG Darmstadt hat in einer aktuellen Entscheidung (Beschluss vom 10.11.2025, Az. 19 O 527/16) die Verwendung von Künst­licher Intelligenz (KI) bei der Gutachtenerstellung durch den ge­richtlichen Sachverständigen als Grund angesehen, dessen Ver­gütung auf 0,00 EUR zu kürzen.

Der Autor unterzieht das Urteil einer kritischen Analyse im Hinblick auf die aktuellen Diskussionen zur Arbeit mit KI und stellt es den derzeitigen Rechtsprechungen und juristischen Auffassungen zum Einsatz von technischen Hilfsmitteln bei der Gutachtenerstellung gegenüber.

weiterlesen


Rechtsprechungsreport

Eva-Martina Meyer-Postelt

Bauvertragsrecht | Architektenrecht | Sachverständigenrecht

Zur Besorgnis der Befangenheit eines Sachverständigen


1. Nimmt der Sachverständige in enger Abstimmung mit dem Gericht und unter Befolgung gerichtlicher Weisungen bestimmte Messungen nicht vor, kommt eine Besorgnis der Befangenheit wegen Unterlassens dieser Messungen von vorneherein nicht in Betracht.

2. Eine Besorgnis der Befangenheit des Sachverständigen kann u.a. aber regelmäßig dann in Betracht kommen, wenn der Sachverständige den Eindruck erweckt, eine streitige Behauptung zu Lasten einer Partei als erwiesen zu erachten, wenn die Feststellungen des Sachverständigen über die durch den Beweisbeschluss vorgegebenen Beweisfragen hinausgehen und vom Auftrag nicht erfasste Fragen beantworten oder wenn er sich zu Rechtsfragen äußert.

OLG Hamburg, Beschluss vom 10.10.2025 – 4 W 153/25

weiterlesen


BauSV-APP

zur Informationsseite BauSV-App/BauSV-E-Journal

Die Zeitschrift »Der Bausachverständige« gibt es auch digital für Tablet und Smartphone.

mehr Informationen

NEWSLETTER

Der BauSV-Newsletter bietet Ihnen alle zwei Monate kostenlos aktuelle und kompetente Informationen aus der Bausachverständigenbranche.

zur Newsletter-Anmeldung

Zurück zum Seitenanfang