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27. EIPOS-Sachverständigentage Brandschutz am 16./17.11.2026 in Dresden und online

Brandschutz zwischen Regelwerk und Anwendung – die 27. EIPOS Sachverständigentage Brandschutz bringen erneut Fachleute aus Planung, Prüfung, Behörden und Ausführung zusammen. Im Mittelpunkt stehen Fragestellungen, die den vorbeugenden Brandschutz aktuell prägen: der Umgang mit sich wandelnden Regelwerken, die Weiterentwicklung von Nachweisverfahren sowie konkrete technische und konzeptionelle Anforderungen an Planung, Prüfung und Ausführung.

Die Sachverständigentage bieten damit eine fundierte Plattform für die fachliche Einordnung aktueller rechtlicher, technischer und planerischer Entwicklungen und deren Umsetzung in der Praxis.

Regelwerke & Planungsspielräume
Der vorbeugende Brandschutz bewegt sich zunehmend im Spannungsfeld zwischen verbindlichen Vorgaben und fachplanerischem Ermessen. Die Sachverständigentage zeigen anhand konkreter Themen, wie Planungsspielräume entstehen, etwa durch den Vergleich unterschiedlicher Regelungssysteme bei Sprinkleranlagen, und wie Abweichungen fachlich begründet eingesetzt werden können. Beiträge ordnen aktuelle Entwicklungen technischer Regeln, Richtlinien und Novellen ein und machen deren Auswirkungen auf Planung, Prüfung und Genehmigung nachvollziehbar.

Anlagentechnik zwischen Planung, Prüfung und Betrieb
Der technikgetriebene Wandel von Gebäuden wirkt sich unmittelbar auf den vorbeugenden Brandschutz aus. Die Tagung greift zentrale Fragestellungen zur neuen Druckbelüftungsanlagenrichtlinie, zum Einsatz von Aufzügen im Brandfall sowie zur Funktions- und Betriebssicherheit brandschutztechnischer Anlagen auf. Im Fokus stehen Anforderungen an Auslegung, Planung, Prüfung und Betrieb sowie die klare Abgrenzung von Verantwortlichkeiten. Ergänzend werden der Einfluss von Photovoltaikanlagen, LED‑Systemen und Dachaufbauten auf die Brandausbreitung sowie die daraus folgenden Konsequenzen für Planung und Ausführung fachlich eingeordnet.

Regelwerke in der Anwendungspraxis
Neue und überarbeitete Regelwerke eröffnen Handlungsspielräume, stellen Planung und Ausführung jedoch zugleich vor konkrete Anforderungen. Beiträge zur neuen Schulbaurichtlinie zeigen auf, wie brandschutztechnische Lösungen bei Neubauten, Sanierungen und im Bestand unter Berücksichtigung aktueller Raum- und Nutzungskonzepte umgesetzt werden können. Die Novelle der Versammlungsstättenverordnung wird im Hinblick auf ihre praktische Anwendung eingeordnet und anhand konkreter Projekte aus Planung und Ausführung veranschaulicht. Dabei werden typische Zielkonflikte zwischen Nutzung, Bauaufgabe und Regelwerk aufgezeigt und praxisnahe Lösungsansätze diskutiert.


Programm

16. November 2026

  • Moderation
    Prof. Dr.-Ing. habil. Architekt Gerd Geburtig
    Prüfingenieur für Brandschutz, Ribnitz-Damgarten

  • 09:00 Uhr Eröffnung
    Dipl.-Ing. Sabine Schönherr
    Geschäftsführerin EIPOS GmbH

  • 09:15 Uhr
    Brandschutz in Österreich – Was Flexibilität im Regelwerk leisten kann
    Dipl.-Ing. Irmgard Eder
    Ehem. Leiterin der Kompetenzstelle Brandschutz (KSB), Wien
    • Grundzüge des österreichischen Systems
    • Abweichungen als regulärer Bestandteil - nicht als Ausnahme, sondern als Planungsinstrument
    • Praxisbeispiele – u.a. aus dem Bestand (Dachgeschoßausbau, Holzbau)

  • 10:00 Uhr
    Muster einer Technischen Regel »Brandschutz für Standardgebäude«
    Max Wüstenberg, B.Eng.
    Sachbearbeiter, Untere Bauaufsichtsbehörde, Rostock
    • Balance-Akt zwischen gesetzlicher Konkretisierung und eigenem fachplanerischen Ermessen
    • Angleichung der Regelungssysteme bautechnischer Nachweise in den Ländern
    • Entflechtung des Nachbarschutzes vom Brandschutz
    • Vorschlag zur Überführung materieller Brandschutzanforderungen aus der MBO in eine eigene Technische Regel

  • 11:10 Uhr Kaffeepause

  • 11:30 Uhr
    Neue Schulbaurichtlinie: flexible Räume für moderne Pädagogik
    Prof. Dr.-Ing. Dirk Lorenz
    Prüfsachverständiger für Brandschutz, Mainz
    • Entwicklung bis zur neuen MSchulbauRL
    • moderne Lernumgebungen – planerische Ansätze der MSchulbauRL
    • Neue Möglichkeiten für die Brandschutzplanung bei Neubauten und Sanierungen
    • Gebäudenutzer mit besonderen Fähigkeiten und Chance für Brandschutzbildung
    • Praxisbeispiele: Neubau, Bestandssanierung und Holzbau

  • 12:30 Uhr Mittagspause

  • 13:45 Uhr
    Gebäude im Wandel
    Einfluss von PV-Anlagen und LED-Systemen auf den Brandschutz am Gebäude
    Dr.-Ing. Thomas Engel und Christine Hani, M.Sc.
    Technische Universität München, Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion
    • Brandverhalten von LED-Modulen an Fassaden und im Gebäude
    • Brandausbreitung unter PV-Modulen auf Dächern, insbesondere bei Industriedächern
    • Phänomene bei extensiven Gründächern mit aufgeständerter Photovoltaik
    • Ausblick auf PV-Fassaden: typische Schadens- und Ausbreitungsmechanismen

  • 14:30 Uhr
    Was können Aufzüge (im Brandfall) leisten?
    Thomas Lipphardt
    Manager Technische Regelwerke, Kone, Hannover
    • Vorgabe und Schutzziele nach DIN EN 81 Reihe und VDI 6017
    • Rauchableitung – Hinweise für Planung und Ausführung
    • Was können Evakuierungsaufzüge leisten und was nicht

  • 15:45 Uhr Kaffeepause

  • 16:15 Uhr
    Wirtschaftlichkeit und Anwendungspraxis von Brandschutzbemessungen im Stahlbau
    Dipl.-Ing. Matthias Stamm
    Leiter numerische Methoden, SCHLÜTER+THOMSEN Brandschutz GmbH & Co. KG
    Sergey Volkov, MSc.
    Technischer Leiter für Ingenieurmethoden, HOYER Brandschutz GmbH, Wien
    • Material- und Kosteneinsparung durch optimierte Berechnungsverfahren - Theorie und Umsetzung
    • Heißbemessungen in der Praxis: Planung, Durchführung und Prüfung von rechnerischen Nachweisen in der D-A-CH Region
    • Naturbrandverfahren vs nominelle Brandkurven, Vor- und Nachteile an umgesetzten Projekten


17. November 2026

  • 09:00 Uhr
    Neue Druckbelüftungsanlagenrichtlinie – Ändert sich jetzt alles?
    Dipl.-Ing. Lutz Eichelberger
    Fachexperte für Ventilatoren und Brandschutz, Alfred Eichelberger GmbH & Co KG, Berlin
    • Was ist neu? Wo unterscheidet sich die M-DBA-RL zur M-HHR und zur MVV TB?
    • Konkretisierungen zu Auslegungskriterien sorgen für Planungssicherheit
    • Wird die Beschreibung der Druckbelüftung im BSK jetzt einfacher?

  • 09:45 Uhr
    Sprinkleranlagen nach VdS CEA 4001 – DIN EN 12845 – FM und NFPA 13
    Dipl.-Ing. Jörg Wilms-Vahrenhorst
    Sachverständiger für Löschanlagen, Hilden
    • Anforderungen im Vergleich
    • Typische Konflikte in Planung – Ausführung – Gebäudebetrieb
    • Praxisbeispiele

  • 11:00 Uhr Kaffeepause

  • 11:30 Uhr
    Zuverlässige brandschutztechnische Anlagen – zwischen behördlichen Anforderungen,   Prüfgrundsätzen und Betreiberpflichten
    MR Dipl.-Ing. Knut Czepuck
    Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen
    • Aktualisierung der Prüfgrundsätze und ihre Auswirkungen auf Planung und Betrieb - Sicherstellung der Funktions- und Betriebssicherheit
    • Rollenverteilung: Prüfsachverständige – Fachplaner – Betreiber – Behörde
    • Wie Prüfberichte Mängel systematisch identifizieren und priorisieren
    • Von der Prüfung zur Mängelbeseitigung: Faktoren für funktionssichere Brandschutzanlagen

  • 12:30 Uhr Mittagspause

  • 13:45 Uhr
    MVStättVO 2026 – Änderungen und Hintergründe der Novelle
    Brandoberrat Dipl.-Ing. (FH) Johannes Thomann
    Mitglied der PG MVStättVO, Berlin
    • Überblick über die wesentlichen Anpassungen
    • Begründungen und Ziele der Überarbeitung
    • Einordnung für Planung und Betrieb

  • 14:30 Uhr
    Vorhang auf!
    Der Neubau des Volkstheaters Rostock im Kontext der novellierten MVStättVO: eine bauliche Antizipation
    Dipl.-Ing. Erhard Arnhold
    Prüfingenieur für Brandschutz, Weimar
    • Zielkonflikte zwischen Bauaufgabe und Regelwerk – Herausforderung für die Brandschutzplanung
    • Brandschutzsteckbrief: Eckpunkte des Brandschutzkonzepts
    • Herausforderungen der Umsetzung
    • Potenziale der neuen MVStättVO – baulich, anlagentechnisch und organisatorisch

  • 15:45 Uhr Schlusswort

 
Veranstaltungsort

  • MESSE Dresden
    Messering 6
    01067 Dresden


Teilnahmegebühr

vor Ort

  • 650,00 EUR
  • 600,00 EUR für EIPOS-Absolventen
  • 360,00 EUR für EIPOS-Dozenten
  • 540,00 EUR für Behördenvertreter
  • Tagungsgebühr inkl. digitaler Vortragsunterlagen (bei Präsenz inkl. Pausenversorgung, Tagungsgetränke und Mittagessen)


online

  •  540,00 EUR


weitere Informationen und Anmeldung

 

EIPOS Europäisches Institut für postgraduale Bildung GmbH
Freiberger Straße 37
01067 Dresden
Telefon: 0351 40470-4210
E-Mail: eipos@eipos.de
Internet: www.eipos.de


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