Wasserschäden verursachen rund 20% aller Bauschäden und sind besonders kostenintensiv. Der Beitrag zeigt, warum Kellerabdichtungen ggf. auch vorsorglich gegen drückendes Wasser geplant werden sollten, da Drainagen oft versagen. Anhand eines Schadensfalls wird deutlich, dass rissanfällige Beschichtungen auf Mauerwerk häufig undicht werden. Empfohlen werden kraftschlüssige Betonwände mit gesicherter Fugenabdichtung sowie Abdichtungsbahnen, die Risse und Bewegungen besser überbrücken.
Eine alte Weisheit unter Baumeistern heißt: Bauen ist immer auch ein Kampf gegen Wasser. Und trotz dieser allgemein bekannten Erfahrung machen Schäden infolge Wassereinwirkung den größten Anteil aller Bauschäden aus, immerhin 20%. Nicht nur wegen ihrer Häufigkeit, sondern wegen des hohen Aufwands, derartige Schäden zu beseitigen, und da Schadensversicherer die Schäden nach den Kosten bewerten, sind es die mit dem größten Anteil.
Wasser kommt von überall, von oben, von unten, von der Seite, von innen und außen und nicht selten aus den Leitungen. Mit Leitungswasserschäden werden wir uns an dieser Stelle nicht befassen, da hierfür die Ursachen im Zuständigkeitsbereich der Haustechniker zu suchen sind.
In diesem Beitrag beschäftigen wir uns mit dem Wasser von unten. Wir kennen Bodenfeuchtigkeit, Grundwasser, zeitweilig oder ständig drückendes Wasser, Schichtenwasser, stauendes Wasser und was es sonst noch an derartigen Benennungen gibt. Für die Abdichtung sind grundsätzlich nur zwei Kategorien zu unterscheiden: drückendes und nichtdrückendes Wasser. Mit welchem wir es zu tun haben, entscheiden die Baugrundverhältnisse, soweit sie bekannt sind.
Ich behaupte, dass für 80% aller Bauvorhaben kein Baugrundgutachten vorliegt, und damit fängt das Dilemma schon an. Wenn uns niemand versichert und dafür auch haftet, dass wir es nicht mit drückendem Wasser zu tun haben, sollten wir unsere Planung immer auf den Fall des drückenden Wassers abstellen. Der Mehraufwand ist gering, das Risiko umso größer.
Denn schnell wird aus nicht drückendem drückendes Wasser, und das kriecht durch jede noch so unscheinbare Fuge oder Spalte unserer Abdichtung. Egal ob Grund-, Oberflächen- oder Schichtenwasser, drücken wird es letztlich immer, solange es nicht völlig ungehindert in tiefere Bodenschichten absickern kann. Und das funktioniert nur bei stark durchlässigen Böden, also durchlässigen Kiesen und Sanden.
Und wer da glaubt, eine Drainage könne drückendes Wasser zuverlässig und dauerhaft verhindern, der sollte sich immer fragen: Wohin entwässert die Drainage und wie lange ist sie funktionsfähig? Drainagen, die ins Abwassernetz entwässern (was meist von den Betreibern verboten wird) oder gar an Pumpen oder Sickerschächte angebunden sind, werden schnell zur Wasserfalle, denn bei Rückstau oder Ausfall der Pumpe sammeln sie das Wasser genau dort, wo wir es nicht haben wollen: am Fuß unserer Kellerwand, der Achillesferse aller Abdichtungen (Abb. 1).
Einzig bei Hanglagen kann eine Drainage das Wasser auf der Bergseite aufnehmen und im freien Gefälle hangabwärts um das Gebäude herumleiten und so einen Anstau vermeiden – aber auch nur, wenn sie nicht versandet oder durch Wurzeln verstopft ist und jährlich gespült wird.
Statt für eine Drainage sollte das Geld also lieber in ein sicheres Abdichtungssystem investiert werden, das auch dem zeitweilig oder ständig drückenden Wasser Paroli bieten kann.
Dieses Bild sollten wir immer vor Augen haben, wenn wir eine Abdichtung planen (siehe Abb. 1). Abdichtungen erdberührter Kellerwände werden heutzutage zum überwiegenden Teil als Beschichtungen mit mineralischen oder bituminösen Schlämmen, Spachtelmassen oder Anstrichen ausgeführt. Bahnenabdichtungen sind dagegen eher die Ausnahme und werden vorrangig für horizontale Flächen angewendet.
Den ganzen Beitrag können Sie in der August-Ausgabe von »Bausachverständige« lesen.
Informationen zur Abo-Bestellung
Diesen Beitrag finden Sie auch zum Download im Heftarchiv.