– mit unterschiedlichen Eigenschaften!
In der Baupraxis sind drei schwarze Untergründe zu unterscheiden: Gussasphaltestriche, Kompressionsuntergründe und Stampfasphaltplatten. Da jeder Untergrund spezifische Eigenschaften aufweist, erfordert er eine eigene Vorgehensweise bei Bodenbelags-, Parkett- und Beschichtungsarbeiten. In dem Beitrag werden die jeweiligen Merkmale, Erkennungshinweise und Vorbereitungsmaßnahmen erläutert und ein exemplarischer Schadenfall zeigt, welche Folgen eine fehlerhafte Zuordnung des Untergrunds haben kann.
In der Fußbodenbranche gibt es drei schwarze Untergründe, die unterschieden werden müssen, da jeder Untergrund seine spezielle Vorgehensweise bei Bodenbelagsarbeiten (Parkett, Fliesen etc.), aber auch bei Beschichtungen erfordert:
- Gussasphaltestriche,
- Kompressionsuntergründe,
- Stampfasphaltplatten.
Am bekanntesten ist der Gussasphaltestrich, der seit Jahrzehnten einen nahezu konstanten Marktanteil von ca. 3% im Ranking der Estriche einnimmt. Nicht nur Verarbeiter, auch Bausachverständige müssen genau wissen, um welchen Untergrund es sich handelt, insbesondere dann, wenn sie Schäden oder Reklamationen bearbeiten und beurteilen müssen.
Um festzustellen, welcher schwarze Untergrund konkret auf der Baustelle eingebaut wurde, sollten ein oder besser noch mehrere Probestücke aus dem Untergrund herausgestemmt oder mittels Trennscheibe herausgetrennt und bewertet werden. Laboruntersuchungen bieten allerdings die größere Sicherheit. Bei neu eingebauten schwarzen Untergründen sollte beim Hersteller, beim Architekten oder beim Planer nachgefragt werden.
1 Gussasphaltestriche
1.1 Allgemeines
Gussasphaltestrich, oder AS (Asphalt Screed) genannt, ist eine Estrichart, die gemäß DIN EN 13813 [1] definiert ist. Es handelt sich um einen fugenfreien Hochleistungsboden, der aus Bitumen, Zuschlagstoffen (Sand, Splitt) und Füllstoffen (Gesteinsmehl) hergestellt und in heißem Zustand eingebaut wird. Er wird aufgrund seiner außergewöhnlichen Eigenschaften hauptsächlich als Problemlöser eingesetzt. Deshalb hat er auch nur einen Marktanteil von ca. 3%. Folgende Merkmale sind typisch für Gussasphaltestriche:
- Die Dicke liegt etwa zwischen 2 und 4 cm, größere Schichtdicken sind zweilagig eingebaut.
- Die Randfugen sind 5 bis maximal 10 mm breit (z.B. bei Parkettverlegung), der Randbereich selbst ist leicht nach oben gewölbt.
- Gussasphaltestriche sind harte, etwas spröde Estriche. Das lässt sich leicht beim Aufschlagen mit Hammer und Meißel erkennen.
- Gussasphaltestriche haben ein nahezu porenloses Gefüge, also so gut wie keine »Bläschen« und eine gleichmäßige Kornverteilung, ähnlich der des Zementestrichs.
- Gussasphaltestriche sind schwellenlos und fugenfrei herstellbar und stellen einen wasserdichten, hohlraumfreien und praktisch wasserdampfdichten Untergrund dar.
- Gussasphaltestriche verhalten sich chemisch nahezu inert (träges Reaktionsverhalten) und weisen ein thermoplastisches Verhalten auf.
- Gussasphaltestriche sind weder gesundheits- noch umweltgefährdend.
- Gussasphaltestriche sind absolut nicht saugende Untergründe, was unbedingt bei der Verlegung von Bodenbelägen, wie z.B. Parkett, zu berücksichtigen ist.
Aufgrund seiner typischen Eigenschaften ergeben sich folgende Einsatzbereiche für Gussasphaltestrich, dessen Vorteile von Bauherrn, Architekten und Planern geschätzt werden:
- Abriebfestigkeit: in Fabrikhallen mit hoher Bodenbelastung,
- Formstabilität, Druck- und Verschleißfestigkeit: Bereiche mit hoher Personen- und Kfz-Frequenz,
- Elastizität: Böden mit Stoß- und Schlagbelastung,
- Chemikalienresistenz: Einsatz in Brennereien, Keltereien, Stallanlagen, Gewächshäusern usw.,
- keine elektrische Leitfähigkeit: Einsatz in der Elektroindustrie sowie in EDV-Räumen sowie Schalt- und Umspannräumen,
- Staub- und Geruchsfreiheit: geeignet für Bereiche mit hohen Anforderungen an die Hygiene, bspw. in der Lebensmittelindustrie, in EDV-, feinmechanischen und pharmazeutischen Betrieben,
- schnelles Erstarren und dadurch schnelle Verlegereife: Einsatz dort, wo es auf schnelle Verlegearbeiten bzw. schnelle Nutzung ankommt, bspw. in Kaufhäusern und Ausstellungsbereichen; die hohe Eigentemperatur von Gussasphalt beschleunigt die Trocknung wasserhaltiger Baustoffe und Bauteile,
- Trittschalldämmung, Feuchtigkeitsabsperrung: Bedeutsamkeit vor allem in der Altbausanierung, auf erdberührten Fußbodenkonstruktionen sowie neu eingebauten Betondecken und -bodenplatten (Trittschallverbesserungsmaß von 14 dB durch 3 cm dicke Schicht),
- Feuerbeständigkeit und Funkensicherheit: Eignung für allgemein brandgefährdete Bereiche und öffentliche Versammlungsorte.
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